Erinnerungslandschaft
Erinnerungslandschaft

Fake News - Was steckt dahinter?

Gerade jetzt, in der Corona-Pandemie und in Wahlkampfzeiten, machen immer wieder so genannte Fake News die Runde. Gezielte Desinformation wird genutzt, um unsere Gesellschaft zu spalten. Einseitige oder falsche Informationen kreieren verzerrte Weltbilder. Der CORRECTIV-Faktencheck deckt tagtäglich Falschinformationen, Gerüchte und Halbwahrheiten auf. 

Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir Alice Echtermann, die stellvertretende Leiterin des CORRECTIV-Faktencheck, gewinnen konnten, am Donnerstag, 7. Oktober, um 15 Uhr in unserer Reihe „UNBEHAGEN – Demokratie im Dialog“ einen Zoom-Vortrag zu halten. Im Anschluss an ihren Vortrag besteht die Möglichkeit, in Kleingruppen Fragen zu stellen und zu diskutieren. 

In ihrem Vortrag geht es um das Problem von Online-Desinformation und Social Media. Wer verbreitet Fakes und warum? Wie spricht man mit denen, die den Fakes glauben? Und wie fällt man eigentlich selbst nicht auf Fake News herein? Was sollte man tun? Wie kann man selbst ein bisschen recherchieren? Und wem kann ich vertrauen? 

Der Vortrag und die anschließende Diskussion werden wie schon bei den letzten UNBEHAGEN-Veranstaltungen per Zoom stattfinden. Insgesamt sind gut zwei Stunden eingeplant.

Anmeldung zur Teilnahme an der Online-Veranstaltung bis 1. Oktober unter Telefon 05021 922580 oder per E-Mail an info@nienburger-kulturwerk.de an. Im Anschluss an die Anmeldung werden die Einwahldaten für die Zoom-Konferenz zugesandt. 

Mauerbau vor 60 Jahren - Blumen am Nienburger Erinnerungsort

Der Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg/Weser beging am 13. August 2021 den 60. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer. Vor 60 Jahren, am 13. 8. 1961 um 1 Uhr morgens, hatten die DDR Behörden mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Dies war der Auftakt zu nahezu drei Jahrzehnten brutaler Spaltung Berlins und Deutschlands und gewaltbereiter Verhinderung freier Ost-West-Mobilität. Mindestens 140 Menschen verloren zwischen 1961 und 1989 ihr Leben bei dem Versuch, in den Westen zu fliehen.

 

Mitglieder des Arbeitskreises Gedenken legten Blumen und einen erläuternden Text am Erinnerungsort Berliner Mauer nieder. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Thomas Gatter, zitierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit den Worten, die Errichtung der Mauer ab dem 13. August 1961 sei der "Anfang vom Ende" für das SED-Regime gewesen. Behauptet hätten die Machthaber der SED dreißig Jahre lang, die Mauer solle die DDR vor dem Faschismus schützen. In Wirklichkeit habe sie der Eindämmung eines aufgrund der schlechten politischen und Lebensbedingungen nicht abreißenden Flüchtlingsstroms in die Bundesrepublik gedient.

 

Die Berliner Mauer erstreckte sich über 155 Kilometer und trennte nicht nur den Ostteil vom Westteil der Stadt, sondern umfasste auch die drei Westsektoren, um sie von dem die Stadt umgebenden DDR-Staatsgebiet abzutrennen. Nach mutigen Protesten gegen das Regime auf der Straße und massivem Widerstand hinter den Kulissen knickte das SEDE-Regime ein und stimmte am 9. November 1989 der Öffnung der Grenzübergänge zu. Es dauerte nicht einmal ein Jahr, bis die zwei deutschen Staaten sich wieder zu einem einzigen zusammenfügten.

 

Der Arbeitskreis Gedenken will dazu beitragen, dass die Erinnerung an die gewaltsame deutsche Teilung und ihre Opfer nicht verblasst. Die historische Erfahrung der Teilung kann nur als Aufforderung an alle Bürgerinnen und Bürger verstanden werden, sich aktiv an der Demokratie zu beteiligen, und sie gegen undemokratische Kräfte und Entwicklungen zu verteidigen.

Das Mahnmal für alle Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in Stadt und Landkreis Nienburg wurde geschändet!

Jedes Jahr wird in Deutschland unter den rechtsextremistischen und rassistischen Straftaten auch eine hohe Zahl an Schändungen von Gedenkstätten, Friedhöfen, einzelnen Gräbern und vor allem Mahnmalen verzeichnet. Auch in Nienburg hat es in den letzten Jahren immer wieder Angriffe auf Denkmäler, Erinnerungstafeln, jüdische oder Sinti-Gräber gegeben, zumeist Schmierereien oder Beschädigungen, manchmal auch Diebstahl von Grabschmuck, Kränzen oder Blumen. In der Nacht vom 18. zum 19. April 2021 wurde ein solcher Anschlag auf das Nienburger Mahnmal für alle Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in Stadt und Landkreis Nienburg verübt. Verschiedene Hinweise und die Nähe zum 20. April, einem Tag, der schon wiederholt in Nienburg und anderswo Neonazis und ihre Anhänger zu solchen Straftaten motiviert hat, legen auch in diesem Fall nahe, dass die Täterschaft in ihrem Umkreis zu suchen ist. 

Das Mahnmal am Tag seiner Einweihung, 8. November 2020.

Mit vielen Spenden von Bürgerinnen und Bürgern, Rats- und Kreistagsmitgliedern, Firmen und Stiftungen finanziert, ergänzt und vervollständigt das Nienburger Mahnmal die Gedenkanlage auf der Bastion Hoffnung des Nienburger Weserwalls. Am 8. November 2020 wurde es unter Beteiligung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne durch Bürgermeister Henning Onkes der Öffentlichkeit übergeben. Das Mahnmal wurde zu einem Anziehungspunkt für viele Menschen, davon zeugen alltäglich niedergelegte Blumen. Dass das Mahnmal in kurzer Zeit einen Platz im Selbstverständnis von Stadt und Landkreis erworben hat, zeigen auch die Nachrichten und Anrufe, die der Arbeitskreis Gedenken in den letzten Tagen angesichts der Mahnmalschändung von Bürgerinnen und Bürgern erhalten hat. Die Menschen bekunden ihre Entrüstung, Bestürzung und Solidarität bei der Abwehr dieser brutalen Verletzung des gesellschaftlichen Friedens.

Blumen, in Solidarität am geschändeten Mahnmal niedergelegt.

Spontan haben die Bundestagsabgeordneten Katja Keul und Marja Liisa Völlers ihre Unterstützung für eine öffentliche Diskussion des Vorfalls und ihrer Konsequenzen zugesagt. Darüber freuen wir uns sehr. Unser Mitglied Katja Keul sagt dazu: 

 

"Dieser Akt der Aggression gegen das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus muss uns alarmieren.  Soviel Hass und Respektlosigkeit darf auf keinen Fall verharmlost werden. Für die Verfolgung der Täter sind die Ermittlungsbehörden zuständig.  Zur Verteidigung unserer Demokratie, die aus den Trümmern einer menschenverachtenden Diktatur gewachsen ist, sind wir alle, ist jeder einzelne von uns aufgerufen. Frieden, Recht und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, und das zersplitterte Mahnmal verdeutlicht dies auf drastische Weise. Wo immer Rechtsextreme unsere demokratische Gesellschaft zerstören wollen, müssen wir uns dem entgegenstellen."

  

Es ist nicht leicht, den Zorn und die Trauer über das Geschehene zum Ausdruck zu bringen, die uns Mitglieder des Arbeitskreises Gedenken der Stadt Nienburg/Weser erfüllt. Wir rufen alle demokratisch gesinnten Bürger*innen auf, gemeinsam mit uns weiterhin Demokratie und Vielfalt als Wesensmerkmale unserer Gesellschaft zu schützen. 

Thomas Gatter

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1. September 1939 –

Beginn des Zweiten Weltkrieges

Vor 80 Jahren, am 1. September 1939, begann mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg. Unser Nachbarland sollte nach dem Willen Hitlers als “Generalgouvernement” unterjocht werden. Mit der Ermordung polnischer Intellektueller, Priester, Arbeiterführer und Juden war dies der Auftakt zum nationalsozialistischen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und zum Holocaust. 

 

Einladung zur Gedenkstunde

für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter 

des Zweiten Weltkrieges 

 

Samstag, 31. August 2019, 13:00 Uhr

 

“Erinnerungsort Anker”

 

am ehemaligen Zwangsarbeitslager

 

Lemker Straße 11, 31582 Nienburg

 

Mehr als 20 Millionen Menschen mussten während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit für Deutschland leisten. Für das Ziel Hitlers, die Unterwerfung und Ausbeutung Europas, verschleppten die Deutschen Millionen Männer, Frauen und Kinder ins Reichsgebiet und nach Österreich. Auch in Nienburg wurden sie eingesetzt – in Rüstungsbetrieben ebenso wie auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Handwerk oder in Privathaushalten. Der „Erinnerungsort Anker“ markiert das Zwangsarbeitslager, das sich von 1941 bis 1945 an der Lemker Straße 11, dem ehemaligen Gelände des Reichsarbeitsdienstes, befand.

       
     
   
 
       
       
 

 

Warschau 1941, die SS lässt Menschen wahllos auf der Straße zusammentreiben, um sie zur Zwangsarbeit nach Deutschland zu verschleppen.

Tag der Menschenrechte 10. 12. 2018

Der Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg engagiert sich für eine Stadtgesellschaft der Vielfalt und Demokratie, für die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und ihre Folgen bis heute und für die Weiterentwicklung der Gedenkarbeit in Nienburg. Bei dieser Arbeit setzen wir uns mit vielen Aspekten von Menschenrechten und Menschenrechtsverletzungen in Vergangenheit und Gegenwart auseinander. Für diese Ausstellung haben wir beispielhaft zwei Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gewählt, die uns immer wieder beschäftigen: Artikel 5 und Artikel 21. 

Artikel 5

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

Es gibt genügend Fotos aus den KZs und Vernichtungslagern des NS-Terrors, welche die grausame Verfolgung und Vernichtung von Juden oder Sinti und Roma zeigen. Aber Folter und unmenschliche Behandlung waren Elemente des Alltags im Nationalsozialismus lange vor Beginn des Holocaust. Dieses Foto zeigt jüdische Menschen in Wien zur Zeit der Novemberpogrome von 1938, von Nazischergen gezwungen, den Bürgersteig zu schrubben. Die „normale“ Bevölkerung schaut zu.

 

Artikel 21

(1) Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

(2) Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

(3) Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muss durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

2018 erinnern wir besonders an den Beginn des allgemeinen Wahlrechts in Deutschland vor hundert Jahren, insbesondere an die Einführung des Frauenwahlrechts. Diese wesentlichen Merkmale einer demokratischen Gesellschaft wurden durch das NS-Regime außer Kraft gesetzt. Aber nicht nur das, Juden und Sinti sowie anderen Verfolgten wurden die Mitwirkung an öffentlichen Angelegenheiten, der Zugang zu Ämtern und vielen Berufen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ab 1933 verwehrt.

 

An diese und andere Menschenrechts-verletzungen wollen wir mit unserer Gedenkarbeit erinnern!

Wir wollen die Demokratie in Deutschland verteidigen und einen neuen Nationalsozialismus verhindern!

 

Info-Abend mit Vortrag und Ausstellung:

Naturfreundehaus, Luise-Wyneken-Straße 4

31582 Nienburg, 10. 12. 2018, 18 Uhr

Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg/Weser

Handlungsorientiertes Gedenken

Mahnmale und Erinnerungsorte

Geschichtsaufarbeitung

Beratung und Kommunikation

Gestaltung der Gedenktage

 

Projekte:

Forum des Gedenkens (27. Januar)

Mare dschunglesta tsiro (Erinnerung an die Verfolgung der Sinti, Roma und Jenischen)

Kooperationspartner: 

Nienburger Kulturwerk

Junges Forum gegen Antiziganismus